wirtschaftswunder2punkt0

blog.aengenheyster.com

„Moderne Zeiten?“ Schnee von gestern!

Die Optimierung von Prozessen oder besser, die aktive Steuerung und das Management von Prozessen, das ist das Thema, mit dem ich meine Brötchen verdiene. Für viele ist Prozessoptimierung gleichbedeutend mit kalter Wirtschaftlichkeit und verheißt nichts Gutes.

Sicherlich denken viele von Ihnen an Charlie Chaplin in „Moderne Zeiten“ (ab 0:03:10) .

Wie er als Fabrikarbeiter dem Fließband hinterher hastet, über seine eigenen Füße stolpert, wegen des ständigen, gleichförmigen Vorgehens sich schließlich verhaspelt und als „Körnchen im Getriebe“ landet.

Die gute Botschaft ist: dieses Vorgehen ist längst veraltet und wird keineswegs mehr als fortschrittlich betrachtet.

Man hat längst erkannt, dass Effizienz nicht bedeutet, alle Ressourcen jederzeit zu 100% auszulasten. Nicht Höchstgeschwindigkeit, sondern gleichmäßige Geschwindigkeit ist das Ziel (siehe z.B. den sehr lesenswerten Artikel von John Persch). Nicht maximale Ausbeutung von Ressourcen, sondern gutes und nachhaltiges Wirtschaften ist dauerhaft sinnvoll.

Ich lade Sie daher zum Umdenken ein, nämlich die Verbesserung von Vorgängen als Chance zu begreifen. Drei Anregungen dazu:

Transparenz und Wertschöfpung
Wer Prozesse verbessern möchte, muss sie zunächst kennen, dann sichtbar und transparent machen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wissen warum sie etwas tun, fühlen sich nicht nur wertgeschätzt, sie können auch den Wert ihres Beitrages zum Arbeitsablauf besser einschätzen. „Wert schöpfende“ Aktivitäten bekommen dann eine entsprechend höhere Aufmerksamkeit und die Motivation sie zu verbessern ist größer.

Vermeidung von Verschwendung
Die Vermeidung von Verschwendung (der klassische Grundsatz von Lean Management) meint eben auch die Vermeidung der Verschwendung von Arbeitskraft. Die jüngeren Generationen von Arbeitern in klugen Produktionsunternehmen können ihre Arbeitsprozesse selbst gestalten (siehe z.B. Toyota Produktionssystem). Dadurch werden zum einen Fehler bereits während des Entstehungsprozesses vermieden, so dass weniger Zeit, Ressourcen und Arbeitskraft in Korrekturen investiert werden muss. Zum anderen werden auch die am Entstehungsprozess Beteiligten selbst geschont. Dies bedeutet weniger Ausfall durch Krankheit und mehr Energie für den Erhalt der eigenen Arbeitskraft

Verbesserung macht Spaß!
Wir verbringen einen großen Teil unseres Alltags mit Arbeit. Wie frustrierend und unnötig ist es dann, am Ende der Woche zu sehen, dass die Kollegin im Nachbarbüro den gleichen Auftrag bearbeitet oder der Kollege in einer anderen Abteilung genau das gleiche Konzept entworfen hat! Vor allem bei wiederkehrenden Tätigkeiten lassen sich solche Doppelarbeiten dauerhaft verhindern und die Abläufe neu gestalten.
In einer Arbeitskultur, die solche Veränderung fördert und honoriert, macht Verbesserung Spaß!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12. Februar 2013 von in Chancen managen, Prozessmanagement, Prozessoptimierung, Veränderung, Wirtschaftswunder.
Frau Gehlhaar

Über das Großstadtleben und das Rollstuhlfahren

Deut(sch)lich - Deutsch lernen macht Spaß!

Das Blog des Sprachzentrums TANDEM Göttingen

Häkelblog

by Judith Paus

%d Bloggern gefällt das: